Konkurrenz unter Veganern

Eine Sache, von der man sich als Veganer (oder auch Vegetarier) ständig genervt fühlt ist, wenn Fleischesser sich von uns grundlos genervt fühlen. Kennt man, wird man immer wieder erleben, stört mich persönlich aber nicht mehr. Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist, dass es teilweise selbst unter Veganern sowas wie einen Konkurrenzkampf gibt. Da geht es nicht nur darum, dass Fleischesser abgrundtief abscheuliche Menschen zu sein scheinen oder dass Vegetarier trotz einer positiven Lebenswandlung noch als Mörder beschimpft werden, nein, es geht auch noch extremer. Einige Menschen – und zum Glück nicht der Großteil aller Veganer – müssen anscheinend veganer sein als andere und das auch genau so vermitteln.

Wenn man online viel unterwegs ist und sich auf vielen Seiten aufhält, die mit Veganismus zu tun haben, dann gibt es immer ein, zwei Persönchen, die Weltverbesserer spielen müssen. Nehmen wir mal das Thema Palmöl als Beispiel. Ja, ich sehe ein, dass Palmöl Regenwälder zerstört und dass das alles andere als positiv ist. Trotzdem kann man beim Kauf manchmal leider(!) nicht explizit darauf achten, dass Produkte palmölfrei sind. Als Veganer ist man froh, wenn man auf kleinen Dörfern oder in kleineren Städten überhaupt mit veganen Lebensmitteln versorgt wird. Selbst wenn Menschen die Möglichkeit haben, aus einer Vielfalt von Produkten (palmölfrei oder nicht) zu wählen, dann muss das jeder für sich verantworten. Es nützt keinem was, wenn man von anderen angegriffen wird. Wir alle wissen, wie es ist, wenn man Fleischesser auf deren Fleischkonsum und Tierleid aufmerksam machen will. Es funktioniert in den meisten Fällen einfach nicht.

Letzte Woche gab es folgende Situation: Ein bekannter veganer Koch hat auf Facebook an die Pinwand von einem anderen veganen Koch geschrieben und ihn persönlich angegriffen. Okay, es war auf eine lustige Art und Weise geschehen und ich musste schmunzeln. (Ich liebe Sarkasmus und schwarzen Humor, sorry dafür!) Aber mal ganz ehrlich: Muss das sein?

Laut Vebu gibt es derzeit in Deutschland ca. 900.000 Menschen, die vegan leben. Das sind 1,1 % aller Menschen in diesem Land. Auch wenn es glücklicherweise immer mehr werden, ist die Prozentzahl doch sehr gering. Für die meisten nicht einmal beachtenswert. Wenn ich dann sehe, dass Köche sich gegenseitig anfeinden oder einer veganer sein will als der andere, dann wundert mich nichts mehr. Sollten wir nicht eher alle zusammenhalten und soviel gutes für Natur, Umwelt und Tiere tun wie es nur geht, anstatt uns gegenseitig anzufeinden?!

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6 Gedanken zu “Konkurrenz unter Veganern

  1. Da kann ich Dir nur beipflichten! Das stört mich auch extrem und ich finde es nicht in Ordnung. Ich habe das Problem hier in der tiefsten Provinz an vegane Lebensmittel ran zu kommen. Onlineversand finde ich persönlich auch nicht so prickelnd. Also mache ich das Beste draus. Jeden Tag an dem ich es vegan „schaffe“ freut mich persönlich sehr, jeder der vegetarisch „endet“ ist nun eben mal so und ich empfinde es nicht als schlecht. Es ist auf jeden Fall 100 mal besser als die meinsten Menschen in meiner Umgebung leben und DAMIT kann ich sehr gut leben!

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  2. Wirklich gut gesagt (Hey ich wusste gar nicht dass wir schon über ein Prozent sind)! In letzter Zeit war das Thema ja auch öfter in der Zeitung (obwohl auch nicht alles stimmt was so geschrieben wird) hat es mich trotzdem sehr interessiert, aber ich stelle mir auch die Frage, auf was man sonst noch achten muss, ich mach es seeehr gerne, aber die traurige Wahrheit ist halt, dass die Menschen lieber weniger ausgeben und dafür Palmöl essen, als mal mehr, deshalb gibt es auch weniger Palmölfreie Produkte, denke ich. 😉
    Lg

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    • Danke für die lieben Worte. 🙂
      Für mich steht immer im Vordergrund, dass die Firmen keine Tierversuche durchführen und das keine versteckten tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind (wie in sovielen Säften). Wenn es dann noch ohne Palmöl ist, dann ist alles super.
      Ich habe vor einigen Tagen gelesen, dass die Hälfte aller Produkte in Deutschland Palmöl enthalten, egal ob vegan oder nicht vegan. Veganer achten nur mehr darauf, denke ich.

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      • Ich denke auch, dass Veganer mehr darauf achten, da sie ja schon auf keine tierischen Inhaltsstoffe achten und sich warscheinlich mehr auch für die Umwelt in dem Sinne einsetzten wollen. 🙂
        Die Hälfte ist ja mal megaviel, immer wieder am lernen!
        Ich versuche auch auf dieselben Dinge zu achten, bin aber noch nicht zu erfahren in dem Gebiet. 🙂
        Keine Ursache

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  3. Diese Palmöldiskussion ist ohnehin hinfällig. Das hat nichts mit Veganismus zu tun, sondern mit der schnellen und günstigen Verfügbarkeit. Und die wird durch Plantagenanbau und Niedriglöhne erreicht. Steigen wir jetzt alle auf Rapsöl um, so wird der erhöhte Bedarf an Rapsöl dadurch schnell und kostengünstig gedeckt, dass wieder Mono- also Plantagenwirtschaft betrieben wird. Nur diesmal mit Raps. Oder auch mit Soja, Weizen…was auch immer. Im Extremfall mit genmanipuliertem Getreide, das in den USA ja ohnehin beworben wird wie Sauerbier. Viele vegane Produkte sind unnötig, wie beispielsweise unterschedliche hochverarbeitete, denaturierte Massen, die mit Aroma-und Farbstoffen zu „Wurstscheiben“ verknetet werden… da esse ich lieber eine Scheibe gebratenen Knollensellerie oder etwas ganz anderes. Wer derartige Produkte vermeidet, vermeidet automatisch viele allergieauslösende und umweltschädigende Stoffe. Und Palmöl in Kosmetik muss nicht negativ sein: Viele Naturkosmetikmarken, die auf Palmöl aus kleinen, fair bezahlten Kommunen zurückgreifen, sind erhältlich. Wer da kauft, bekommt ein gut verträgliches Öl, das zusätzlich etwas für die Menschen im Anbaugebiet tut.

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  4. Pingback: Dogmatik oder Animal Liberation | zoon | rights

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